Präambel


Präambel

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Prä|ạm|bel 〈f. 21Einleitung (zu einer Urkunde, einem Staatsvertrag) [<lat. praeambulum „Vorangehendes, Vorrede“; zu prae „vor“ + ambulare „gehen“]

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Prä|ạm|bel, die; -, -n [spätmhd. preambel < mlat. praeambulum = Vorangehendes, Einleitung, zu spätlat. praeambulus = vorangehend, zu lat. prae = vor(an) u. ambulare = gehen]:
1. feierliche Erklärung als Einleitung einer [Verfassungs]urkunde, eines Staatsvertrags o. Ä.:
die P. des Grundgesetzes;
in der P. heißt es …
2. Präludium in der Orgel- u. Lautenmusik des 15. u. 16. Jh.s.

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Präạmbel
 
[mittellateinisch, zu praeambulus »vorangehend«] die, -/-n,  
 1) allgemein: feierliche Erklärung als Einleitung einer Urkunde, eines Vertrages oder Ähnlichem
 
 2) evangelisches Kirchenrecht: die den Bekenntnisstand einer Kirche festlegende Eingangsformel. Erstmals 1922 der »Verfassungsurkunde für die evangelische Kirche der altpreußischen Union« vorangestellt, bildete sie nach 1945 als Grundartikel den Vorspruch zu kirchlichen Verfassungsurkunden. Von besonderer Bedeutung ist die Präambel der Grundordnung der Evangelischen Kirche in Deutschland, die das in allen Gliedkirchen geltende reformatorische Schriftprinzip (sola scriptura) als gemeinsamen Ausgangspunkt voraussetzt und mit der Anerkennung der ökumenischen Glaubensbekenntnisse die Verbundenheit mit den anderen christlichen Kirchen bekundet.
 
 3) Musik: Praeạmbulum, Präludium.
 
 4) Recht: Vorspruch, Eingang, z. B. bei Verträgen und anderen offiziellen Urkunden, besonders in Staatsverträgen und Verfassungsurkunden, gelegentlich auch in wichtigen Gesetzen. Die Präambel ist dem eigentlichen Text vorangestellt und enthält Hinweise auf Motive und Ziele sowie den historischen Hintergrund des Vertrages oder Gesetzes. Sie kann insoweit zur Textauslegung herangezogen werden, hat aber in der Regel nicht selbst den Charakter einer rechtlich bindenden Norm. Ausnahmsweise kann die Präambel rechtlich verbindliche Aussagen enthalten; so hat das Bundesverfassungsgericht der Präambel des GG in der bis zum 3. 10. 1990 geltenden Fassung die Pflicht der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland entnommen, die Wiedervereinigung anzustreben.
 

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Prä|ạm|bel, die; -, -n [spätmhd. preambel < mlat. praeambulum = Vorangehendes, Einleitung, zu spätlat. praeambulus = vorangehend, zu lat. prae = vor(an) u. ambulare = gehen]: 1. feierliche Erklärung als Einleitung einer [Verfassungs]urkunde, eines Staatsvertrags o. Ä.: die P. des Grundgesetzes, zu einem Vertrag; in der P. heißt es ... 2. Präludium in der Orgel- u. Lautenmusik des 15. u. 16. Jh.s.

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Präambel — Präambel,die:1.⇨Einleitung(1)–2.Präambelnmachen:⇨Umschweife(1) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Präambel — Sf feierliche Erklärung als Einleitung einer Urkunde per. Wortschatz fach. (15. Jh.) Entlehnung. Im Frühneuhochdeutschen entlehnt aus ml. praeambulum n., zu spl. praeambulus vorangehend zu l. ambulāre gehen (Allee) und l. prae .    Ebenso nndl.… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Präambel — Präambel: Die Bezeichnung für »feierliche Vorrede, Einleitung (bei Urkunden, Verträgen o. Ä.)« wurde im 15. Jh. aus mlat. praeambulum »Einleitung« entlehnt. Spätlat. praeambulus »vorangehend« gehört zu lat. prae ambulare »vorangehen« (vgl. ↑ prä …   Das Herkunftswörterbuch

  • Präambel — Der Begriff der Präambel (von lateinisch praeambulare „vorangehen“ über mittellateinisch praeambulum „Einleitung“) bezeichnet heute eine meist feierliche, in gehobener Sprache abgefasste Erklärung am Anfang einer Urkunde, insbesondere einer… …   Deutsch Wikipedia

  • Präambel — Prä·a̲m·bel die; , n; eine Präambel (zu etwas) eine Einleitung zu einem Gesetz, Vertrag o.Ä., die den Zweck des Textes erklärt: die Präambel zur Verfassung, zum Staatsvertrag || NB: ↑Vorwort …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Präambel — die Präambel, n (Aufbaustufe) feierliche, in gehobener Sprache abgefasste Erklärung am Anfang einer Verfassung oder eines völkerrechtlichen Vertrages Beispiel: Die Präambel wurde nach einer ausführlichen Debatte endlich verabschiedet …   Extremes Deutsch

  • Präambel — Prä|ạm|bel 〈f.; Gen.: , Pl.: n〉 Einleitung (zu einer Urkunde, einem Staatsvertrag) [Etym.: <lat. praeambulum »Vorangehendes, Vorrede« <prae… »vor« + ambulare »gehen«] …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Präambel — Einleitung zu Gesetzen oder völkerrechtlichen Abmachungen, häufig auch in Verträgen, in der die Absicht des Gesetzgebers, Ausgangspunkt der Vertragschließenden etc. dargelegt werden. Die P. hat grundsätzlich keine unmittelbare Rechtserheblichkeit …   Lexikon der Economics

  • Präambel — m|bel die; , n <aus mlat. praeambulum »Vorangehendes, Einleitung«, dies aus spätlat. praeambulus »Vorläufer« zu ↑prä... u. ambulare »gehen«>: 1. Einleitung, feierliche Erklärung als Einleitung einer [Verfassungs]urkunde od. eines… …   Das große Fremdwörterbuch


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